"Schaffendes Volk" im Nordpark
Während für die Ausstellung von 1902 schon zwei Jahre vor der Eröffnung mit Plakaten geworben worden war, versuchte man 1935 das Sparprogramm anzuwenden. Es wurde ein Preisausschreiben veranstaltet, um den Titel der Ausstellung zu finden. Unter "sinnigen" Vorschlägen wie "Düsseldorf sehen und sterben" oder "Jedem seinen grünen Zweig" befanden sich jedoch einige von "Dreister Polemik gegenüber der nationalsozialistischen Idee" (Fatamorgana, Du kannst wenn Du sollst). Um Werbeetat zu sparen, verzichtete man auf große Plakataktionen, sondern wand sich an Frisöre, da die "gerne jedem das Neueste erzählen". Die Rechnung ging auf, sogar 64% der Besucher wurden von auswärts angelockt.
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Die Golzheimer Heide zwischen Flughafen und Nordfriedhof wurde der Ausstellungsort. Später wurde sie Schlagetersiedlung genannt. Leo Albert Schlageter war ein nationalistischer Einzelkämpfer mehrerer Kriege, der im Ruhrkampf die Haarbachbrücke, eine für die Franzosen wichtige Versorgungsbrücke in Kalkum, sprengte. 1923 wurde er dafür von den Franzosen erschossen. Zu seinem direkt darauf errichtetem Denkmal pilgerten zahlreiche Nationalsozialisten.
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Um das Ideal "Schaffendes Volk" darzustellen, wurden zwölf ständische Figuren an der Allee errichtet, die aber größtenteils vor Besuch Hitlers wieder entfernt wurden. Ein Grund mag ihre mangelhafte künstlerische Qualität gewesen sein, das Ziel der Darstellung einfacher Menschen, die ihrem Handwerk nachgehen, Ausdruck zu verleihen. Die Musikantinnen verbreiteten mit ihren Mienen wenig Freude über die neue Zeit und das neue Reich und der Matrose, mit seinen breiten Schultern und leicht asiatischen Gesichtszügen, versprühte den weibliche Charme eines klischeehaft-homosexuellen Seemannes auf Landgang. Noch heute befinden sich vier der Figuren im Nordpark, wo sich wieder die Blumenwelt bewundern läßt, die zeitweilig vor dem Krieg dem Kartoffelanbau geopfert wurde.
Autor: henni brockerhoff